andreas architektur photographiert

ortstermin

ähm, dings... ©2004
Also, das ist ein ausgezeichneter Neubau in der Binz. Also irgendwo in der Stadt Zürich, nicht in Binz. Aber es geht jetzt nicht um die Frage nach dem Namen des Quartiers oder wie man Ortsnamen unverwechselbar macht. Es geht auch nicht darum, dass die Namen von gewonnen Wettbewerben oder selbst von ausgeführten und erfolgreich vermarkteten Siedlungsprojekten in den wenigsten Fällen von Dauer sind. Nein, es geht jetzt um das, was dann wirklich von Dauer ist, um die Substanz. Aber auch ein bisschen um die Nomenklatur.

Was haben wir hier? Mehrere sechsgeschossige Wohnbauten mit geschosshohen Fenstern die in Verhältnis zur Fassadenfläche eher mehr als weniger grosszügig dimensioniert sind. Auch die Grundrisse sind anständig dimensioniert, da möchte man also gerne Wohnen. Die Wohnungen in den ersten 3 Stockwerken haben einen Balkon, der etwas grösser ist, als man das kennt, und nicht einfach nur ein begehbarer Streifen vor der Fassade ist sondern wie ein Zimmer in Aussenraum nutzbar ist. Und was ist mit den beiden Geschossen darüber? Ja, dort ist wohl das Attika und dort möchte man dann erst recht wohnen. Man würde vermuten, dass da eine Maisonette-Lösung dahintersteckt. Wie ist das mit den Attikawohnungen? Da wird doch aus der Tatsache, dass man sich in der Dachschrägen-Linie befindet, ein Baukörper gestaltet, der den oberen Abschluss des Hauses bildet, womit sich dann wie automatisch attraktive Lösungen ergeben, die dann oft jegliche Probleme mit unerwünschter Einsicht und sämtliche Absichten für unbegrenzte Aussicht zu gunsten des Attika-Besitzers ausfallen lassen. Hier haben wir überall Geschosswohnungen. Das Attika hat keinen Balkon und auch keine Terrasse auf dem selben Geschoss, es ist eine Geschosswohnung mit ihrer eigenen Dachterrasse und zwar darüber. Wie soll man das nutzen? Die Gäste vorausschicken und dann mit dem Serviertablett die Treppe hochklettern und dann ausser Atem die atemberaubende Aussicht geniessen? Ein Geschoss darunter ist das zweitoberste Geschoss. Die Wohnungen dort haben einiges, was man vom Attika her kennt: eine ebenerdige Terrasse, aber es ist nicht das Attika, es ist aber auch nicht das oberste Normalgeschoss, weil darüber ja noch ein gleiches Geschoss ist. Was haben wir also hier? Von oben nach unten: Ein Attika mit Dachterrasse, eine Wohnung mit Terrasse, dann drei Normalgeschosse mit Balkonen. Oder sind es zwei Attikageschosswohnungen übereinander, wovon eine mit Terrasse und die andere mit Dachterrasse ausgestattet ist? Aber so kann man das auch nicht benennen, denn das Attika ist doch die Dachwohnung. Mehr gibts nicht zu sagen, das Attika ist das Attika und das, was man meinen könnte sei das Attika, ist nicht das Attika. Ich hör schon jemand sagen: “also ich wohn dann dort im Attika”. – Aha, alles klar.

1 Comment

  1. christian

    man wundere sich wie oft das wort Attika in diesem text vorkommt…

    es ist sage und schreibe 14 mal… :-)

    aber nebenbei gesagt kann ich eine solche schreibe nur bewundern, denn dies ist eine fähigkeit, die mir nicht gegeben ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.